6. Psychologie
"Was hat die Psyche mit Schmerz zu tun?"
Psychologie und Psychotherapie in der Schmerztherapie
Schmerz ist unabhängig von der Art seiner Entstehung, Stärke und Dauer ein multidimensionales Geschehen, an dem neben körperlichen Faktoren auch Komponenten des Verhaltens, der gedanklichen Bewertung (Kognitionen) und der Gefühle (Affekte) beteiligt sind. 
Daraus erklärt sich, warum chronische Schmerzen nicht nur zu Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit führen, sondern auch zu gravierenden seelischen Beeinträchtigungen mit Einbußen an Lebensqualität und Verlust von Sozialkontakten. Einsamkeit und soziale Isolation, fehlender Selbstwert und Depression sind die Folgen. 
Dieser Teufelskreis ist der Ansatzpunkt der psychologischen Schmerztherapie im Rahmen des multimodalen Therapieprogramms. 
Die psychologische Schmerztherapie zielt nicht auf eine Verminderung der Schmerzen, sondern auf eine Veränderung der Lebensgestaltung. Oberste Priorität hat dabei die 
Wiederherstellung der Lebensfreude.
Dieses Oberziel setzt einen aktiven Umgang mit den Schmerzen voraus. Ansatzpunkte dieser aktiven  Schmerzbewältigung sind:
1. Die Einflussnahme auf Auslöser und Verstärker der Schmerzen als vorbeugende Maßnahme
2. Die Linderung der Schmerzen durch Anwendung anderer Bewältigungsstrategien
3. Die Erhöhung des allgemeinen Wohlbefindens zur Steigerung der Lebensqualität 
In der Abteilung für Schmerztherapie wurde als Bestandteil der multimodalen Schmerztherapie zur Behandlung chronischer Schmerzen ein spezielles psychologisches Programm entwickelt, das diesen Anforderungen entspricht. Dieses Programm orientiert sich wie alle anderen Bestandteile der multimodalen Schmerztherapie am Motto der jeweiligen Behandlungswoche und ist mit den übrigen Behandlungsarten eng abgestimmt.
Das Motto jeder Behandlungswoche ist im Folgenden aufgeführt. Die Links "Detail"  führen zur Darstellung der Inhalte der Psychologischen Schmerztherapie in den einzelnen Wochen, die Links ganz außen rechts zur Übersicht der Beiträge aller beteiligter Therapiesparten.
Woche 1:
 Förderung der Gruppenbildung, Erfassen der Ist-Situation
Woche 2:
Entwicklung neuer, realistischer Ziele
Woche 3:
Umgang mit Konflikten
Woche 4:
Distanz zum Schmerz, Erarbeiten körperlicher und seelischer Stabilität
Woche 5:
Transfer des Erlernten in den Alltag, Rückfallprophylaxe