Wahrnehmung intern
Woche
Thema der Stunde
Methode
1
  - Oberflächensensibilität
  - Wahrnehmung taktiler Reize an der Hautoberfläche

  - Neue Erfahrungen mit Alltagsmaterialien
2
  - Klassische Massageareale
  - Tiefergehende Massage mit Therapiematerialien

  - Bewertung der Effekte und Aufnahme von Reizen in Abhängigkeit von Material und Technik
3
  - Genusstraining
  - Sinnesschulung: Farben und Formen, Aromen und Geschmack
4
  - Erweiterung des Massageareals
  - Effekte in untypischen Körperarealen bei groben, punktuellen Reizen

  - Einführung in Shiatsu: Differenzierte Tiefenreize
5
  - Verfeinerung des Tiefenreizes 
    Schulter und Rücken
  - Shiatsu: Nutzen zur Partner-Massage

  - Aufmerksamkeitslenkung durch Beobachtung des Effekts
Erläuterungen zur Vorgehensweise
Ungewöhnliche Materialien:
Als Einstieg in die bewusste Erfahrung der Oberflächensensibilität werden zunächst alltägliche Gegenstände wie Schwamm, Pinsel oder Federn etc. und deren oberflächliche Sinnesreize auf der Haut eingesetzt. Bereits bei diesen gut greifbaren Empfindungen wird die Beschreibung des somatischen Reizes durch die Benennung der affektiven Bewertung ergänzt. Ausgehend von der oberflächlichen Sensorik werden in den folgenden Stunden zunehmend Reize der Tiefensensibilität, also schwerer zu fassende Effekte geschult.
Klassische Massageareale:
In den klassischen Massagearealen (Rücken, Schultergürtel) werden Therapiematerialien wie Igelball, Holzroller und Massagemaus in Einzel- und Partnerübungen eingesetzt. In Abhängigkeit von der Massagetechnik und dem angewandten Druck werden oberflächliche und tiefere Reize induziert, die wieder beschrieben und bewertet werden.
Sinnesschulung:
In der Mitte der dritten Woche werden den verschiedenen Sinnesbereichen Angebote gemacht: der Therapieraum wird mit bunten Tüchern und anderen Gegenständen geschmückt, die Raumluft mit  Aroma angereichert und Tee gereicht. In dieser überraschenden Ruhepause werden die Auswirkungen der veränderten Umgebung und der besonderen Situation auf Verhalten, Körperhaltung, Themenwahl und Stimmung beobachtet. Wichtig ist auch, ob diese Situation überhaupt als etwas Ungewöhnliches erkannt wird, damit sie auch mit Genuss durchlebt wird. 
Untypische Körperareale:
Als Einzelübung werden Tiefeneffekte beispielsweise an den Händen durch grobe, punktuelle Reize ausgelöst. Dazu kann beispielsweise eine Kugel benutzt werden. Die Auswirkung auf die körperliche und emotionale Befindlichkeit wird erfasst. 
Die absichtlich induzierte Negativerfahrung soll einerseits den differenzierten Umgang mit sich selbst verbessern, andererseits werden unangenehme Emotionen in der Vorwoche durch die Konfliktspiele nochmals induziert, die also durch körperliche ebenso wie durch seelische Vorgänge ausgelöst werden können. 
Shiatsu:
Shiatsu ist eine Fingerdruckmassage, die in Japan aus der chinesischen Massage weiterentwickelt wurde. Die Energieleitbahnen (Meridiane) werden dabei mit Fingern, Händen, Ellenbogen und auch Füßen massiert und gedrückt. Je nach Technik lassen sich unterschiedliche Effekte induzieren. Im Gesicht, das auf taktile Reize sehr empfindlich ist, werden einzelne Reaktionspunkte mit angepasster Intensität angeregt und deren Auswirkungen im Gesicht und im ganzen Körper erfasst. Auch Effekte auf die Befindlichkeit insgesamt werden erarbeitet. Positiveffekte können genutzt werden, um gezielt das Befinden zu verbessern oder Spannungen abzubauen.
Partner-Massage:
Schultern und Rücken sind Körperareale, deren Massage auch von schmerzfreien Menschen als angenehm empfunden wird. Die Shiatsu - Technik wird untereinander eingeübt, um später die Massage als Medium der partnerschaftlichen Zuwendung im Alltag zu nutzen - aktiv oder passiv. Die empfundenen Effekte werden dem Massierenden reflektiert. Die wahrgenommenen Empfindungen können gleichzeitig zur Aufmerksamkeitslenkung genutzt werden, indem die Induktion und Veränderung beobachtet wird.
Sowohl der aktive Masseur als auch der Massierte werden angehalten, während der Massage auf belastende Körperhaltungen zu achten und entlastende Haltungen einzunehmen, wie sie in der Haltungsschulung aufgezeigt wurden.